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Meine glutenfreie Küche

Unser glutenfreier Haushalt

Häufig kommt die Frage auf, wie man seinen glutenfreien Haushalt im Zusammenleben mit einem „Nicht-Zöli“ organisiert. Jan hat keine Zöliakie und muss aus gesundheitlichen Gründen auch auf keinerlei Lebensmittel verzichten. Unter Betroffenen war ich oft Teil der Diskussion um die Frage „Leben eure Nicht-Zöli Partner auch glutenfrei?“. Die Antwort aus unserem Haushalt ist ganz klar: Nein, aber!

Typischer Weise gibt es bei uns auch glutenhaltige Brötchen, glutenhaltiges Bier oder auch mal Tortilla Wraps zu finden. Das liegt an verschiedenen Gründen: Erstens habe ich bislang mein Backtalent noch nicht entdeckt. Glutenfreie Brote gelingen mir selten. Gerade unter der Woche fehlte mir bisher immer die Geduld weiter zu versuchen. Daher kaufe ich häufig glutenfreies Brot aus dem Supermarkt. Jedoch sind diese zum einen sehr teuer und schmecken einem Nicht-Zöli häufig auch nur bedingt. Daher kauft Jan eigene Brötchen. Beim Bier ist es ähnlich. Es ist wesentlich teurer als normales Bier. Darüber hinaus ist die Verfügbarkeit in Supermärkten auch begrenzt. Ich trinke auch sehr selten glutenfreies Bier, von daher macht es mir überhaupt nichts aus, wenn Jan das „normale“ Bier kauft.

Aber wie machen wir das mit der Kontamination?

Bei der gemischten Haushaltsführung sind jedoch Organisation und Regeln zur Vermeidung von Kontamination Pflicht. Wir haben hier einen festen Ablauf und eine feste Organisation etabliert. Ich fange mit unserem Farbsystem an: Rot ist die glutenfreie Farbe – primär weil ich rot mag, aber auch weil es eine Signalfarbe ist. Es gibt ein rotes Schneidebrett oder auch einen roten Toaster. Darüberhinaus gibt es eine rote und eine blaue Abwaschbürste (die dazu noch in verschiedenen Behältern lagen – Details siehe im nächsten Absatz). Gelegentlich klebe ich auch rote Punkte auf Lebensmittel, damit es zu keiner Verwechslung kommt. Allerdings hat sich der Anteil an rot markierten Gegenständen deutlich reduziert.

Wir arbeiten hauptsächlich über das glutenfreie Ordnungssystem. Ich habe einen eigenen glutenfreien Lebensmittelschrank (hier stehen Mehle, Brote, Snacks). Wir teilen uns auch einen Schrank. Dort stehen alle verschließbaren glutenfreien Lebensmittel von mir (Brühwürfel, Asiasoßen, etc.). Jan’s Brot liegt immer in einem separaten Fach in seinem eigenen Brotkorb.

Unser Ofen hat zwei Backbleche. Ein glutenfreies und ein glutenhaltiges. Das glutenfreie ist natürlich oberhalb des glutenhaltigen. Wir nutzen keine Umluft, da durch Krümel nach oben gelangen können.

Wie erwähnt gibt es auch beim Abwaschen eine strikte Trennung. Zwei Behälter mit jeweils Lappen, Schwamm und Abwaschbürste. Denn auch hier lauert die Kontaminationsfalle. Gerade im Lappen sammeln sich gerne einmal Brotkrümel an. Dieses Risiko war mir lange Zeit nicht bewusst. Somit hatte ich oft unerklärliche Beschwerden.

Gehen wir weiter zum Kühlschrank: Auch hier wird getrennt nach glutenfrei und nicht glutenfrei. Denn auch hier lauern, wie man als Zöli weiß, versteckte Gefahren. Jeder hat seine eigene Butter, eigenen Frischkäse, Käse, etc. Das ist nötig, da Jan glutenhaltige Brötchen isst. Sobald er mit seinem Brotmesser die Butter, den Käse, etc. berührt, besteht die Gefahr von Kontamination, da am Messer Krümel oder Mehl sein könnte.

Ein weiterer Punkt ist das Brötchenaufschneiden am Frühstückstisch. Wer kennt es nicht, man schneidet das Brötchen oder das Croissant auf und die Krümel spritzen in alle Gegend. Daher wird auch beim Aufschneiden der glutenhaltigen Brötchen auch immer sehr darauf geachtet, es nicht direkt am Frühstückstisch zu schneiden.

Im Alltag ergeben sich hier und da auch noch kleine Abläufe, jedoch sind zunächst einmal die großen Themen beschrieben. Die wichtigste Prämisse in unserem Haushalt ist am Ende immer: Glutenfrei hat Vorrang.

Meine glutenfreie Küche Teil 2
Roter Toaster und rotes Brett (glutenfrei)

Ist das nicht alles viel zu kompliziert?

Natürlich mag man sich fragen, ob das nicht ein wenig kompliziert ist. Ja, das war es am Anfang. Aber ich bin froh, dass es inzwischen sehr gut funktioniert. So muss Jan nicht auf diese Dinge verzichten. Darüber hinaus hilft es auch, wenn wir Gäste haben. In 95% der Fälle sind diese Gäste auch nicht von Zöliakie betroffen. Das heißt, wenn es einmal Brot oder ähnliches gibt, habe ich bereits die passenden Strukturen im Haushalt. So riskiere ich keine Kontamination für mich.

Bevor ich mit Jan zusammen gezogen bin, habe ich hauptsächlich in Wohngemeinschaften (WGs) gewohnt. Auch dort haben wir keinen reinen glutenfreien Haushalt geführt. Gerade im Zusammenleben mit 4 Personen, die ich zu Beginn kaum kannte, wäre das sehr schwierig gewesen. Man muss sich zu 100% darauf verlassen können, dass jeder auf Kontamination achtet.

Jedoch verstehe ich auch sehr gut, dass man lieber einen reinen glutenfreien Haushalt führt, wenn es Nicht-Zölis im Hause gibt. Es ist so viel einfacher. Ende Oktober belege ich den Backkurs bei Trudel. Vielleicht werden meine Backfertigkeiten dann endlich besser und dann gibt es eventuell auch kein glutenhaltiges Brot mehr im Haus 🙂

Glutenfrei in Albanien - Wochenmarkt Tirana

Glutenfrei in Albanien

Albanien ist ein wunderschönes Land. Es ist noch weitgehend vom Tourismus unentdeckt. Auf der Reise durch das Land findet man weite teilweise unberührte grüne Landschaften, kulturelle Bauten wie in Butrint, Berge, Küste und vor allem: sehr sehr nette Menschen. Gastfreundschaft ist eine albanische Tradition.

Albanien Ohrid See

Die albanische Küche ist einfach. Insgesamt kann man sie als „mediterran“ bezeichnen. Sie ist der Küche seiner Nachbarländer des Balkans sehr ähnlich. Man kocht das, was vorhanden ist oder auf dem eigenen Feld wächst – viel Gemüse und Gewürze. Typische Gerichte sind: Fasul (Bohnensuppe mit Fleisch und Gemüse), Byrek (gefüllte Teigtaschen mit Hackfleisch und Schafskäse) und natürlich Baklava (Blätterteig mit Sirup und Zuckerwasser).

Leider ist das Thema „glutenfrei“ und „Allergene“ noch nicht sehr präsent im Land. Speziell auch die landestypischen Gerichte wie Baklava oder Byrek sind klassische glutenhaltige Gerichte.

Eine große Herausforderung gleich zu Beginn war der Supermarktbesuch. In Albanien gibt es keine Kennzeichnungspflicht nach der europäischen Lebensmittelinformationsverordnung wie in Deutschland und anderen EU Ländern. Das heißt, die Zutatenliste ist auf Albanisch (also nicht verständlich für mich) und die Allergene sind nicht hervorgehoben. So habe ich erst einmal einfache Produkte wie Käse oder Naturjoghurt gekauft und später im Internet jedes einzelne Wort gegoogelt.

Glutenfreie Produkte selbst, wie Brot oder Nudeln, gibt es eher selten im Supermarkt zu kaufen. Ich musste also größtenteils auf meine Vorräte zurückgreifen.

In den größeren Städten kann man jedoch manchmal fündig werden.

So gab es in der Stadt „Vlora“ zum Beispiel einen „Rossmann & LaLa“
(Adresse: Rruga Kosova) – ein Zusammenschluss aus der deutschen Rossmann Drogeriekette und dem albanischen Fußballspieler Altin Lala. Es gibt hier zahlreiche Produkte direkt aus Deutschland – einige davon glutenfrei. Die Preise sind dementsprechend hoch – im Vergleich zu den üblichen albanischen Preisen. Aber es war eine gute Chance meinen Vorrat aufzustocken. Inzwischen gibt es fast 20 Filialen in ganz Albanien.

Vereinzelt finden sich auch Supermärkte, die glutenfreie Pasta und auch mal glutenfreies Brot anbieten. Zum Beispiel: „Supermarket Univers“ oder „Spar“. Man muss einfach auf die Suche gehen.

Interessant ist jedoch, dass man in jedem noch so kleinem Supermarkt die „GoFree“ Cornflakes von Nestlé findet – und das sogar in verschiedenen Geschmacksrichtung. Wer sich also glutenfrei mit Cornflakes über Wasser halten will, ist in Albanien genau richtig 🙂

Glutenfrei in Albanien - GoFree Cornflakes Nestle

Aber ich wurde auch tatsächlich einmal beim Auswärts essen fündig. Bei einem Ausflug vom Shkodra Lake zum Komani Lake (Shala River) habe ich vor Ort einfach gefragt, was sie mir zubereiten könnten. Es gab Kartoffeln, Salat mit Essig und Öl und etwas Fleisch. Alles kein Problem. Am nächsten Tag gab es dann auch zum Frühstück auf dem Camping Platz am Shkodra Lake ein Omelette. Man wusste was Gluten ist und kannte sich aus. Es gibt dort sogar eine „Maispizza“ – allerdings ist diese nicht für Zölis geeignet, da sie nicht auf die Kontamination mit der Weizenpizza achten.

Zusammenfassend kann man sagen: Glutenfrei in Albanien ist möglich – jedoch etwas herausfordernd – also immer ausreichend Reiseproviant dabei haben.

Albanien war eine Station unserer Reise durch Südosteuropa – lest hier mehr über die Reiseroute.

Glutenfrei in Italien - Eis

Glutenfrei in Italien

Meine erste Assoziation mit italienischem Essen ist Pizza oder Pasta. Also wäre die erste Annahme: Glutenfrei in Italien wäre schwierig.

Wer sich glutenfrei ernähren muss und einmal in Italien war, weiß jedoch : es ist ein glutenfreies Paradies!

„Glutenfrei“ scheint so normal zu sein, wie hierzulande „vegan“ oder „vegetarisch“. In jedem Restaurant, Hotel, Campingplatz oder anderen gastronomischen Orten konnte man mir gute Auskünfte über die Inhaltsstoffe des Essens geben und ob es sicher für mich als Zöli ist.

Einen großartigen Beitrag zum normalen Leben als Zöli schafft das gastronomische Zertifikat der Italienischen Zöliakie Gesellschaft – der AiC (Associazone Italiana Celiacha) Sie zertifizieren Restaurant in Bezug auf die Umsetzung von Zöliakie-sicheren Kriterien in der Essenszubereitung. Hat ein gastronomischer Betrieb dieses Zeichen, so kann man sich darauf verlassen, dass das Restaurant detailliert geprüft wurde. Anhand der Jahreszahl auf dem ausgewiesenen Zertifikat der AIC erkennt man, wann der Betrieb das letzte Mal geprüft wurde. Eine Übersicht der zertifizierten Restaurants findet man in der Datenbank auf der Website der AiC.

Seit Juli 2019 ist die App der AiC kostenpflichtig für Nicht-Mitglieder der AiC. Jedoch kann man sich einen Zugang in der „AiC Welcome Version“ für 2 Wochen für 3,99€ kaufen. Man erhält dann 2 Zugänge.

Glutenfrei in Italien - Zeritifizierung AiC
AiC Label mit Jahreszahlen an einem Restaurant in Bologna

Neben diesem hilfreichen Dienst der AIC, findet man auch in jedem Supermarkt und Lebensmittelladen glutenfreie Produkte. Natürlich ist Italien auch das Heimatland des größten Herstellers glutenfreier Lebensmittel: Schär. Der hohe Anteil an Schärprodukten in den Supermärkten ist erkennbar. Jedoch würde ich nicht sagen, dass es signifikant höher ist als in Deutschland. Aber ich habe auch in jedem Supermarkt neue tolle Produkte und Marken entdeckt.

Hier ein paar Highlights:

Nutri Free

Die Marke kannte ich bereits. Jedoch habe ich in Italien auch neue glutenfreie Produkte entdeckt. Toll fand‘ ich zum Beispiel das Vollkorn Panini Brot – wir haben es hauptsächlich für Burger verwendet. Die Marke hat aber auch andere tolle Produkte, wie zum Beispiel die einzeln abgepackten Stullen. Das eignet sich super zum Campen, da dann nicht das ganze Brot alt wird.

Grisbi

Normalerweise bin ich ja nicht so einfach mit glutenfreien Keksen zu beeindrucken. Aber diese Shortbread Kekse mit cremiger Schokofüllung waren der Hammer. Der Keks ist schön fest und beim Abbeißen läuft die Creme einem im Mund zusammen. Wenn man die Kekse in den Kühlschrank packt, wird die Schoki innen hart und es hat etwas von einem Pick-up.

Grisbi glutenfrei

Auf der Suche nach glutenfreien Produkten wird man eigentlich in allen Supermärkten fündig. Teilweise gab es sogar eine kleine Auswahl in den Lädchen auf den Campingplätzen.

Auch unterwegs auf der Autobahn wird man meist fündig – die Autogrill Raststätten arbeiten sowohl mit Schär als auch mit der AiC zusammen – so dass man hier meist eine kleine Auswahl an glutenfreien Produkten und Gerichten findet. So habe ich auch schon einmal ein fertiges glutenfreies Sandwich gekauft. Geschmacklich war es zwar nicht der Hit, aber zumindest gab es etwas! Toll.

Abschließend kann ich sagen, dass ich mich in Italienurlauben immer recht gut entspannen kann in Bezug auf das Essen. Es ist wirklich nicht so schwer, als Zöli hier zu reisen.

Toll!

Spezifische Empfehlungen könnt ihr auch in meinen jeweiligen Restaurantbeiträgen lesen, zum Beispiel am Gardasee.

Glutenfrei am Gardasee

Taverna Naxos Glutenfrei Griechisch München

Glutenfrei Griechisch essen in der Taverna Naxos in München

In meinen 6 Jahren als Zöli habe ich bislang noch nie Glutenfrei Griechisch gegessen. Warum das so ist, kann ich gar nicht sagen. Um so schöner ist es, dass ich dieses Restaurant im Osten Münchens ausprobieren kann.

In der Taverna Naxos im Osten von München sind 80% der Speisen von Hause aus glutenfrei. Die Karte enthält nicht wie sonst ein „glutenfrei“ Zeichen – sondern andersherum, die Karte zeigt an, was glutenhaltig ist. Somit fühlt man sich als Zöli ziemlich normal.

Bei der Bestellung habe ich noch einmal spezifisch darauf hingewiesen, dass ich Zöli bin.

Für mich gab es eine Vorspeise – Auberginen und Zucchini mit Zaziki und zur Hauptspeise hatte ich Souflaki, Jan hatte das Gyros Spezial – alles glutenfrei. Als die Vorspeise serviert wurde, war ich kurz in Panik. Die Auberginen und Zucchini sahen mehliert aus. Also fragte ich sofort nach. Man konnte mich schnell beruhigen – alles ist glutenfrei. Wie ich im Nachhinein im Zöli Austausch bei Facebook gelesen habe, wird wohl generell Reismehl in der Küche verwendet.

Also – mein erstes glutenfreies griechisches Essen lief bestens und hat auch gut geschmeckt. Ich kann es weiterempfehlen!

München war unser erster Stop auf unserer großen Reise durch den Südosten Europas – mehr Beiträge zu meiner Reise findet ihr auf meiner Seite oder in diesem Beitrag.

Taverna Naxos München
Glutenfrei Griechisch essen in der Taverna Naxos
Glutenfrei Europa - Kalle Campervan

Glutenfrei Reisen durch den Südosten Europas

Die Van Saison hat in diesem Jahr spät gestartet. Es war lange nass und kalt. Dafür sind wir in diesem Jahr aber auch früher in Richtung Süden gestartet. Es ist schön und entspannt, vor der Hauptsaison zu reisen.

Für vier Wochen heißt es wieder glutenfrei durch Europa reisen. Es geht entlang der Adriaküste und dem Ionischen Meer mit Kalle – unserem Campervan. Das große Ziel: Korfu. Die grünste Insel Griechenlands.

Wir starten über Österreich und Italien in den Süden. Von Bari – im Südosten Italiens – setzen wir dann mit der Fähre nach Griechenland über.

Wir verbringen ca. 1 Woche auf der Insel und erkunden den Süden und den Norden. Anschließend bringt uns eine andere Fähre nach Albanien. Von dort aus fahren wir dann stets gen Norden – über Albanien, Montenegro und Kroatien.

Ich bin gespannt, was ich als Zöli wieder alles kennen lerne und entdecke. Auch diesmal möchte ich wieder tiefer verstehen, wie das Thema Zöliakie in den jeweiligen Ländern verstanden und gelebt wird.

Darüber hinaus finde ich es auch immer spannend zu sehen, ob es „Innovationen“ vor Ort gibt. Glutenfreie Produkte, Umsetzungen im Alltag oder der Gastronomie oder Umgang der Menschen mit dem Thema – was ist anders als bei uns? Wovon können wir etwas lernen?

Sicherlich wird es wieder viel Recherche Arbeit auf dem Weg geben: Wo kann ich essen gehen? Wo kann ich einkaufen gehen?

Aber wie immer, lasse ich mich auch gerne treiben und freue mich über jeden „Zufallsfund“ vor Ort. Ich werde davon berichten.

Meine Beiträge findet ihr im Bereich „Entdecken“ oder auch bei Instagram.

Glutenfrei Europa - die Route
Glutenfrei durch Europa – die Route
Prag Stadt von oben

Glutenfrei in Prag

Für einen kurzen Wochenendtrip hat es mich kürzlich in diese wunderschöne Stadt gebracht. Vor 15 Jahren war ich das letzte Mal dort. Allerdings war ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht als Zöli unterwegs.

Ich hatte Prag mit viel Bier und generell viel glutenhaltigem Essen in Erinnerung. Auch wenn sich die tschechische Küche natürlich nicht grundlegend geändert hat, so erschien mir Prag ziemlich Zöli-freundlich.

Leider hatte ich nicht so viel Zeit, um auswärts essen zu gehen. So kann ich euch zunächst erstmal nur zwei Restaurants aus eigener Erfahrung empfehlen.

Al Riso Risotteria – 100% Glutenfrei

Das Al Riso war ein Novum für mich. So war ich zuvor noch nie in einer „Risotteria“. Hier gibt es alles was das Risottoherz begehrt. Darüber hinaus finden sich eine gute Auswahl an Pasta und Fleischgerichten auf der Karte.

Die weitere Sensation am Al Riso – es ist 100% glutenfrei. So war es doch sehr ungewohnt, dass ich bei der Bestellung nicht explizit auf meine Zöliakie hinweisen musste. Für mich gab es dann ein Zucchini Garnelen Risotto (laktosefrei) und zum Nachtisch ein Tiramisu. Einziges Manko bei der Dessertauswahl: es gibt keine großen laktosefreien Alternativen. Also wer muss: Laktase einpacken. Denn das Tiramisu lohnt sich definitiv.

Zum Essen wird frisch und selbst gebackenes Brot serviert, welches ich auch sehr lecker fand.

Alles in allem ein sehr gelungenes Konzept, mit Liebe zum Detail. Jedoch sind die Preise, im Vergleich zu anderen Prager Restaurants, relativ hoch.

Abschließend kann man sagen: Definitiv ein Muss bei einem Pragbesuch!

Adresse: Betlémské nám. 11/259, Praha 1 – sehr gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen.

Podolka Karlin

Da ich im Stadtteil „Karlin“ bei einem Workshop war, habe ich dieses Restaurant ganz zufällig entdeckt, da es von außen mit „glutenfree“ beworben wurde.

Am Wochenende hatte das Restaurant nicht offen, da es sich hauptsächlich auf den Mittagstisch für die umliegenden Unternehmen fokussiert.

Die Gerichte auf der Hauptkarte sind mit „#glutenfree“ gekennzeichnet – auf der Mittagskarte nicht. Jedoch informieren die Mitarbeiter gerne über die Inhaltsstoffe.

Unkompliziert und ziemlich günstig. Eine sehr gute Mittagsalternative.

Das Podolka gibt es mehrfach in Prag. Allerdings kann ich da keine Aussage über den Umgang mit Gluten treffen.

Adresse: Šaldova 466/34, 186 00 Karlín

Weitere glutenfreie Spots

Natürlich gibt es noch weitere glutenfreie Möglichkeiten in Prag, die ich aber leider nicht mehr persönlich testen konnte. Die meisten Empfehlungen habe ich auf dem Blog von Jenni – Glutenreise.at gefunden.

So gibt es unter Anderem noch folgende Alternativen:

Švejk Restaurant U Karla – Křemencova 7, Praha 1

White&Crispy – Švandy ze Semčic 388/16

Sweet Secrets of Raw – Rumunská 256/25, 120 00 Praha

Neben diesen gastronomischen Angeboten, habe ich auch bei Lidl, Billa und Tesco ein gut aufgestelltes glutenfreies Sortiment gefunden. Darüber hinaus gibt es auch diverse Bioläden, die sich auf ein umfangreiches glutenfreies Sortiment stützen, wie z.B. Biopro.

Wer sich also gerne selbst versorgen möchte, ist auch hier ganz gut aufgehoben.

Glutenfrei Einkaufen in Deutschland

Glutenfrei Einkaufen in Deutschland

Glutenfrei Einkaufen stellt mich immer wieder vor Herausforderungen, insbesondere, wenn ich nicht an meinem Heimatort bin.

Jedoch hat sich die Verfügbarkeit von Produkten erheblich verbessert in den letzten Jahren seit meiner Diagnose.

Hier gebe ich euch eine kleine Übersicht der Einkaufsmöglichkeiten aus meiner Erfahrung. Natürlich gibt es auch noch weitere Supermärkte, leider kenne ich noch nicht alle. Sendet mir gerne eure Erfahrungen zu!

Supermärkte

Kaufland

Hier konnte ich bereits vor 5 Jahren ziemlich verlässlich einkaufen gehen. im Jahr 2013 gab es in den von mir besuchten Märkten hauptsächlich die Produkte von „Seitz“, „Hammermühle“ und „Schär“. Inzwischen hat Kaufland aber auch Produkte seiner Eigenmarke unter „K Free“ eingeführt.

Die Besonderheit in vielen Kaufland Märkten: Die Produkte stehen meist nicht gesammelt nicht in einem einzigen „glutenfreien“ Regal – sie sind in das normale Sortiment sortiert. Das heißt – glutenfreies Brot neben dem normalen Brot, etc.

Darüber hinaus hat Kaufland auch häufig noch glutenfreie Tiefkühlprodukte verfügbar.

Rewe

Auch Rewe hat bereits seit einigen Jahren eine eigene glutenfreie Produktlinie. Unter „Rewe Frei von“ werden sowohl glutenfreie als auch laktosefreie Produkte verkauft. Oft findet sich das glutenfreie Sortiment bei den Diätprodukten oder Nahrungsergänzungsmitteln.

Tiefkühlprodukte habe ich bei Rewe bislang sehr sehr selten gefunden.

Edeka

Das Angebot bei Edeka hängt nach meinen Erfahrungen immer von der Region und von den Märkten selbst ab. Häufig finden sich klassischerweise die Produkte von Schär im Sortiment – in einem extra glutenfreiem Regal. Inzwischen bietet auch Edeka Produkte unter der Eigenmarke an.

Je nach Markt finden sich auch manchmal noch weitere Marken, der Edeka Niemerszein in Hamburg Eimsbüttel hat beispielsweise auch MyMüsli glutenfrei, Hammermühle Mehle und und und im Sortiment.

Auch Tiefkühlprodukte können verfügbar sein.

Lidl

Lidl führt inzwischen auch seit einiger Zeit eine glutenfreie Linie. Unter der orangenen Marke „Belbake Free From“ findet man Brotbackmischungen oder zum Beispiel Pasta.

DM

Bei DM findet sich auch immer eine gute Grundauswahl an glutenfreien Lebensmitteln – hauptsächlich umfasst es Produkte von Schär.

Budni

Mit Ausnahme von Berlin ist Budni nur in Norddeutschland vertreten. In dem Drogeriemarkt finden sich unterschiedlichste Produktlinien, zum Beispiel von Schär, Alnavit oder Hammermühle.

Rossmann

Der Drogeriemarkt bietet unter der Eigenmarke „EnerBio“ auch verschiedene glutenfreie Produkte an – wie zum Beispiel Brot oder Aufstrich.

Alnatura

Alnatura bietet seine Produkte in Supermärkten und Drogerien an, da es aber auch vereinzelt „Alnatura“ Supermärkte gibt, möchte ich sie hier auch aufführen. Glutenfreie Produkte erkennt man bei Alnatura an der Kennzeichnung der durchgestrichenen Ähre der Deutschen Zöliakiegesellschaft. Ansonsten bietet Alnatura auch die Produktpalette von Alnavit an.

Reformhäuser und Bioläden

Meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass man in Reformhäusern und Bioläden immer gut glutenfrei einkaufen kann. Daher ist es eine sichere Adresse, wenn sonst kein Supermarkt in der Nähe ist, der glutenfreie Produkte anbietet.

Eine weitere sinnvolle und tolle Einkaufsmöglichkeit bieten Onlinehändler und Plattformen an. Darüber folgt in Kürze ein weiterer Beitrag.

Glutenfrei in Deutschland

Glutenfrei Leben in Deutschland

Anders als in meinen Beiträgen über die glutenfreie Situation in Spanien oder in den Niederlanden, kann ich den Umgang mit Zöliakie und glutenfreier Ernährung in Deutschland bereits etwas differenzierter betrachten.

Mein erster Eindruck

In den 6 Jahren nach meiner Diagnose konnte ich bereits viele Erfahrungen an unterschiedlichen Orten hierzulande sammeln. Meine Zusammenfassung zum Angebot und Verständnis über Zöliakie ist wie folgt: Es kommt darauf an! 🙂

In Großstädten wie Hamburg, Berlin, Stuttgart, Düsseldorf, München oder Leipzig hat man kaum Probleme geeignete Restaurants zu Finden. Auch in kleineren Städten und Orten findet man regional abhängig ein gutes Angebot. Aber auch Supermärkte bieten bereits eine große Auswahl an glutenfreien Produkten an.

Sonst lässt sich keine Pauschalaussage treffen. In meiner Heimatstadt Halle (Saale) beispielsweise habe ich bislang nur ein einziges Restaurant gefunden, dass sich zumindest mit der glutenfreien Zubereitung auskennt.

Es folgen in weiteren Beiträgen Informationen zu einzelnen Städten und den Restaurants vor Ort.

Glutenfrei in Porto

Glutenfrei durch Porto schlendern

Porto war unser erster Stop in Portugal. Die Stadt des berühmten Portweins.

Beim schlendern durch diese schöne Stadt kam auch das Schlemmen nicht zu kurz.

Um euch schnell und einfach glutenfrei durch die Stadt navigieren zu können, gebe ich euch hier eine kurze Zusammenfassung. Die ausführlichen Beiträge zu den einzelnen Orten findet ihr natürlich weiterhin in der Kategorie Porto. 

Es sei gesagt, dass auch hier vegan, laktosefrei und glutenfrei ein Stück weit im Trend liegen. Das heißt, es gibt viel Angebot. Daher ist es umso wichtiger, darauf zu achten, dass man auch als Zöli sicher essen kann.

Wirklich Zöli sicher sein könnt ihr euch an zwei Orten:

Com Cuore

Hier ist alles glutenfrei und ist sehr zentral in der Innenstadt gelegen. Es eignet sich gut zum Frühstück oder zum Snack zwischendurch.

Hier geht es zum Beitrag.

Adresse: Rua Trindade Coelho entrada 10 loja 11

Pizzeria Sergio Crivelli

Die Pizzeria liegt etwas außerhalb der Innenstadt – in Matosinhos. Das Restaurant Sergio Crivelli ist von der Portugiesischen Zöliakiegesellschaft APC zertifiziert und es werden separate Küchenbereiche für Pizza und Pasta genutzt.

Hier geht es zum Beitrag.

Adresse: Rua de Brito Capelo 705, 4450-076 Matosinhos

Weitere gute und verlässliche Anlaufpunkte sind:

Tapabento

Hier gibt es eine gute Auswahl an Meeresfrüchten, Tapas und weiteren leckeren Speisen. Für Zöliakiebetroffene: erwähnt es unbedingt bei der Bestellung. Es ist sehr beliebt, also unbedingt vorher reservieren!

Hier geht es zum Beitrag.

Adresse: Rua da Madeira 222

Noshi Coffee

Ein Café in guter Lage. Hier kann man zum Beispiel Sandwiches essen. Unbedingt aber auf eure Zöliakie hinweisen und auf die benötigte separate Zubereitung hinweisen!

Hier geht es zum Beitrag.

Adresse: Rua do Carmo 11-12

Wie eingangs erwähnt, gibt es auch Orte, die glutenfreie Optionen anbieten, allerdings nicht bei Zöliakie geeignet sind. Hier ein Beispiel:

Hand´Go TakeAway

Der Imbiss ist an einer der Hauptattraktionen in Porto gelegen – der Clérigos Kirche. Es gibt Crépes, Pizza, Salate und Sandwiches. Aber die Crèpes werden unter Anderem auf der gleichen Platte zubereitet.

Hier geht es zum Beitrag.

Adresse: Rua da Assunção 9

Leider kam es während meines Aufenthalts auch zu einem Glutenunfall.

Auf dem Weg zu einem anderen Restaurant, was leider zu hatte, haben wir den kleinen Imbiss zufällig gefunden. Von außen hatte die Speisekarte bereits Kennzeichnungen zu Gluten (die durchgestrichene Ähre) und anderen Allergenen. Also fragte ich nach.

Der Eigentümer und Koch erklärte mir, dass wir das hinbekommen. Wir besprachen, dass auch auf Kontamination geachtet werden muss. Das war alles kein Problem für ihn.

Dann kam das Essen. Es war eine asiatische Reispfanne. Nach dem 3. Biss wunderte ich mich, wieso der Reis leicht bräunlich ist und es leicht salzig schmeckt. Schnell wurde mir bewusst: Sojasoße!

Sofort fragte ich den Koch, ob Sojasoße enthalten ist. Wie selbstverständlich sagte er „Ja“. Ok, „ist die denn glutenfrei?“. Ein kurzes Schweigen. Er sagte „Sind nicht alle Sojasoßen glutenfrei?“ – „Nein“. Also schaute er nach. Natürlich enthielt die Sojasoße Weizen. Verdammt.

Er entschuldigte sich mehrmals und auch danach, wo man glutenfreie Sojasoße erhält. In Portugal kenne ich mich nicht so aus, aber ich habe ihm trotzdem ein paar Marken genannt.

Ich fand es insbesondere deswegen ärgerlich, da er scheinbar mit „glutenfrei“ warb und sich aber leider nicht vollständig auskannte (angefangen von Kontamination bis zur Sojasoße).

Das Restaurant hieß „BAO“ – Taiwanese Burgers.
Adresse: Rua de Cedofeita 263

Karte Glutenfrei Porto
Die markierten Punkte zeigen die gefundenen glutenfreien Orte in der Stadt

Ich wünsche euch eine schöne Zeit in Porto. Neben den glutenfreien Köstlichkeiten hat mir auch die gesamte Stadt sehr gefallen.

Reisen und Essen gehen mit Glutango Interview mit „Mein Allergieportal“

Mit „Mein Allergieportal“ habe ich über das Thema „Glutenfrei Reisen und Essen gehen“ gesprochen. Mein Allergieportal bietet umfangreiche Informationen über Allergien und Unverträglichkeiten. Hier bekommt ihr medizinische Informationen, praktische Tipps und Informationen zu allergenfreien Produkten.

Ich wurde für den Bereich Zöliakie und Glutensensitivität interviewt und habe über meinen Umgang beim Reisen und Auswärts Essen gesprochen. Das gesamte Interview findet ihr hier.

Gastbeitrag: Zöliblogger erzählen von ihren Reisehighlights 2018

Jenni – eine Zöli Blogger Kollegin aus Österreich hinter Glutenreise.at – hat andere Blogger nach ihren Reisehighlights im letzten Jahr gefragt. Ich habe von meinem Roadtrip durch Europa erzählt. Lest in ihrem Beitrag auch über andere tolle Reisen – zum Beispiel nach Israel oder nach Peru.