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Meine glutenfreie Küche

Unser glutenfreier Haushalt

Häufig kommt die Frage auf, wie man seinen glutenfreien Haushalt im Zusammenleben mit einem „Nicht-Zöli“ organisiert. Jan hat keine Zöliakie und muss aus gesundheitlichen Gründen auch auf keinerlei Lebensmittel verzichten. Unter Betroffenen war ich oft Teil der Diskussion um die Frage „Leben eure Nicht-Zöli Partner auch glutenfrei?“. Die Antwort aus unserem Haushalt ist ganz klar: Nein, aber!

Typischer Weise gibt es bei uns auch glutenhaltige Brötchen, glutenhaltiges Bier oder auch mal Tortilla Wraps zu finden. Das liegt an verschiedenen Gründen: Erstens habe ich bislang mein Backtalent noch nicht entdeckt. Glutenfreie Brote gelingen mir selten. Gerade unter der Woche fehlte mir bisher immer die Geduld weiter zu versuchen. Daher kaufe ich häufig glutenfreies Brot aus dem Supermarkt. Jedoch sind diese zum einen sehr teuer und schmecken einem Nicht-Zöli häufig auch nur bedingt. Daher kauft Jan eigene Brötchen. Beim Bier ist es ähnlich. Es ist wesentlich teurer als normales Bier. Darüber hinaus ist die Verfügbarkeit in Supermärkten auch begrenzt. Ich trinke auch sehr selten glutenfreies Bier, von daher macht es mir überhaupt nichts aus, wenn Jan das „normale“ Bier kauft.

Aber wie machen wir das mit der Kontamination?

Bei der gemischten Haushaltsführung sind jedoch Organisation und Regeln zur Vermeidung von Kontamination Pflicht. Wir haben hier einen festen Ablauf und eine feste Organisation etabliert. Ich fange mit unserem Farbsystem an: Rot ist die glutenfreie Farbe – primär weil ich rot mag, aber auch weil es eine Signalfarbe ist. Es gibt ein rotes Schneidebrett oder auch einen roten Toaster. Darüberhinaus gibt es eine rote und eine blaue Abwaschbürste (die dazu noch in verschiedenen Behältern lagen – Details siehe im nächsten Absatz). Gelegentlich klebe ich auch rote Punkte auf Lebensmittel, damit es zu keiner Verwechslung kommt. Allerdings hat sich der Anteil an rot markierten Gegenständen deutlich reduziert.

Wir arbeiten hauptsächlich über das glutenfreie Ordnungssystem. Ich habe einen eigenen glutenfreien Lebensmittelschrank (hier stehen Mehle, Brote, Snacks). Wir teilen uns auch einen Schrank. Dort stehen alle verschließbaren glutenfreien Lebensmittel von mir (Brühwürfel, Asiasoßen, etc.). Jan’s Brot liegt immer in einem separaten Fach in seinem eigenen Brotkorb.

Unser Ofen hat zwei Backbleche. Ein glutenfreies und ein glutenhaltiges. Das glutenfreie ist natürlich oberhalb des glutenhaltigen. Wir nutzen keine Umluft, da durch Krümel nach oben gelangen können. 

Wie erwähnt gibt es auch beim Abwaschen eine strikte Trennung. Zwei Behälter mit jeweils Lappen, Schwamm und Abwaschbürste. Denn auch hier lauert die Kontaminationsfalle. Gerade im Lappen sammeln sich gerne einmal Brotkrümel an. Dieses Risiko war mir lange Zeit nicht bewusst. Somit hatte ich oft unerklärliche Beschwerden. 

Gehen wir weiter zum Kühlschrank: Auch hier wird getrennt nach glutenfrei und nicht glutenfrei. Denn auch hier lauern, wie man als Zöli weiß, versteckte Gefahren. Jeder hat seine eigene Butter, eigenen Frischkäse, Käse, etc. Das ist nötig, da Jan glutenhaltige Brötchen isst. Sobald er mit seinem Brotmesser die Butter, den Käse, etc. berührt, besteht die Gefahr von Kontamination, da am Messer Krümel oder Mehl sein könnte. 

Ein weiterer Punkt ist das Brötchenaufschneiden am Frühstückstisch. Wer kennt es nicht, man schneidet das Brötchen oder das Croissant auf und die Krümel spritzen in alle Gegend. Daher wird auch beim Aufschneiden der glutenhaltigen Brötchen auch immer sehr darauf geachtet, es nicht direkt am Frühstückstisch zu schneiden.

Im Alltag ergeben sich hier und da auch noch kleine Abläufe, jedoch sind zunächst einmal die großen Themen beschrieben. Die wichtigste Prämisse in unserem Haushalt ist am Ende immer: Glutenfrei hat Vorrang. 

Meine glutenfreie Küche Teil 2
Roter Toaster und rotes Brett (glutenfrei)

Ist das nicht alles viel zu kompliziert?

Natürlich mag man sich fragen, ob das nicht ein wenig kompliziert ist. Ja, das war es am Anfang. Aber ich bin froh, dass es inzwischen sehr gut funktioniert. So muss Jan nicht auf diese Dinge verzichten. Darüber hinaus hilft es auch, wenn wir Gäste haben. In 95% der Fälle sind diese Gäste auch nicht von Zöliakie betroffen. Das heißt, wenn es einmal Brot oder ähnliches gibt, habe ich bereits die passenden Strukturen im Haushalt. So riskiere ich keine Kontamination für mich.

Bevor ich mit Jan zusammen gezogen bin, habe ich hauptsächlich in Wohngemeinschaften (WGs) gewohnt. Auch dort haben wir keinen reinen glutenfreien Haushalt geführt. Gerade im Zusammenleben mit 4 Personen, die ich zu Beginn kaum kannte, wäre das sehr schwierig gewesen. Man muss sich zu 100% darauf verlassen können, dass jeder auf Kontamination achtet. 

Jedoch verstehe ich auch sehr gut, dass man lieber einen reinen glutenfreien Haushalt führt, wenn es Nicht-Zölis im Hause gibt. Es ist so viel einfacher. Ende Oktober belege ich den Backkurs bei Trudel. Vielleicht werden meine Backfertigkeiten dann endlich besser und dann gibt es eventuell auch kein glutenhaltiges Brot mehr im Haus 🙂 

Glutenfreie Patisserie Isabella - Kuchen

Glutenfreie Patisserie Isabella in Hamburg

Wer liebt es nicht, den Duft von frisch gebackenem Brot, leckerem Kuchen und süßen Törtchen. Für viele von uns ist dies jedoch bisher ein lang ersehnter Traum.

Doch diesen Traum könnt ihr in der „Isabella Glutenfreien Pâtisserie“ Wirklichkeit werden lassen.

Die Pâtisserie ist zu 100% glutenfrei – bestaunt man beim ersten Mal all die wunderbaren Leckereien, mag man es vielleicht kaum glauben – als Zöli kann man hier einfach alles bedenkenlos genießen.

Raspberry Cheesecake Isabella glutenfrei

Geschichte von „Isabella“

Isabella, die Gründerin, bekam damals selbst die Diagnose Zöliakie. Anstatt zu verzweifeln, hatte sie eine Vision und so machte sie kurzerhand eine Ausbildung zur Konditorin. Sie wollte die leckeren Brote und Desserts nicht nur für sich backen, sondern auch für ihre Gäste! Das Ergebnis könnt ihr inzwischen selbst bestaunen. In den stilvoll eingerichteten Cafés gibt es die unterschiedlichsten Kreationen und es ist garantiert für jeden etwas dabei. Für den süßen Hunger zwischendurch gibt es eine reichliche Auswahl an tollen Törtchen und Cookies.

Meine persönlichen Favoriten: das Maracuja Mousse Törtchen und der Schoko Dom. Aber auch wenn ihr mal keinen Hunger auf etwas Süßes habt oder eine Alternative zu eurem Frühstück zu Hause sucht, werdet ihr in der Pâtisserie von Isabella fündig. Denn neben den süßen Verführungen gibt es auch Bio-Brot und Brötchen, Kräcker und nicht zu vergessen: das fantastische Granola. Für den schnellen Hunger am Mittag könnt ihr euch mit verschiedenen Quiches und belegten Sandwichs behelfen. Aber als ob 100% glutenfrei noch nicht genug wäre, sind die Produkte zudem größtenteils laktosefrei und vegan! Ein wahrer Traum!

Wo findet ihr die Cafés?

Ihr fragt euch nun sicherlich, wo ihr diese Pâtisserie finden könnt. Die Isabella Pâtisserie stammt ursprünglich aus Düsseldorf, dort wurde 2015 das erste Café eröffnet. Die Nachfrage war hoch und so wurde kurz darauf ein zweites Café in Düsseldorf eröffnet. Inzwischen findet ihr Isabella aber nicht nur in Düsseldorf! Nein – auch in Hamburg gibt es seit Januar 2018 einen kleine Pop-up Store und somit die erste glutenfreie Pâtisserie in ganz Hamburg! Diese findet ihr in der Alten Oberpostdirektion am Stephansplatz: in Hamburg das Top Café für glutenfreie Kuchen.

Ich starte hier gerne auch mal am Samstag mit einem der reichhaltigen Frühstücke – und dann geht’s ab in die City zum Shoppen oder ähnlichem.  

In Aachen, Stuttgart und Köln findet ihr die „Isabella Glutenfreie Pâtisserie“ nun auch und falls ihr keinen Store in der Nähe habt, könnt ihr viele Produkte ganz einfach online bestellen.

Ihr wollt euch einen langersehnten Traum erfüllen und genüsslich und sorgenfrei in ein Stück Kuchen beißen?!

Frühstück vegan Isabella Hamburg glutenfrei

Dann solltet ihr unbedingt mal bei einem von Isabellas Cafés vorbeischauen und euch verzaubern lassen.

Adventure Golfpark Enzklösterle - Frau Kern und Team

Interview mit Nicolette Kern – Adventure Golfpark Enzklösterle

Für meinen Beitrag den Adventure Golfpark Enzklösterle habe ich mich persönlich mit der Inhaberin des Lokals getroffen.

Zu Beginn würde ich gerne mehr euch und die Gastronomie erfahren.

Ich bin Nicolette Kern (62) und betreibe seit 17 Jahren den Adventure Golfpark in Enzklösterle. Der Adventure Park wurde 2002 eröffnet. Damals wurde der Biergarten für 80 Personen eröffnet – inzwischen haben wir auf 120 Gäste erweitert. Wir haben dort auch eine sogenannte „Scheuer“ – wo man bei schlechtem Wetter auch drinnen sitzen kann. Die Küche wurde nach der Eröffnung 2002, Schritt für Schritt aufgebaut. Inzwischen gibt es eine große und gute Speisekarte. Einen großen Schwerpunkt legen wir dabei auf die glutenfreie Küche. Diese bieten wir seit 6 Jahren an.

Zusätzlich haben wir noch die Festhalle. Hier haben wir mehrfach im Jahr Veranstaltungen mit über 400 Gästen. Auch hier sind die Leute auch sehr angewiesen auf eine zuverlässige Küche.

In den Wintermonaten, wenn der Adventure Golfpark geschlossen hat, bieten wir in der Festhalle immer am Wochenende das sogenannte „Winter Café“ an – hier gibt es durchgehend warme Küche und auch selbstverständlich glutenfreie Kuchen!

Wieso bietet ihr glutenfreie Speisen an?

Mein Mann sowie seine Brüder und Neffen selbst von einer Glutenunverträglichkeit betroffen. Das heißt, das ist für uns ein ganz großes Thema. Auswärtsessen gehen bedeutet häufig Stress. Es kommt häufig vor, dass wir wieder gehen müssen oder mein Mann einfach nichts essen kann. Und gerade das, finde ich in der Gastronomie sehr schade.
Aufgrund dieser Erfahrungen machen wir das anders und sind im glutenfreien Bereich sehr zuverlässig.

Welche 3 Schlagworte kommen dir in den Kopf, wenn du an glutenfreies Essen denkst?

  • Fett – Pommes (Fritteuse) – als typische Glutenfalle
  • Zuverlässige Arbeit
  • Hygiene

Wie ist die Wahrnehmung zu glutenfrei/allergenfrei bei Nicht Betroffenen aus eurer Sicht?

Ich schreibe nicht großartig glutenfrei dran – das verkauft sich sonst nicht. Es gibt viele Vorurteile.

Ein Käsekuchen beispielsweise ist auch glutenfrei. Aber das muss ich nicht ranschreiben. Es schmeckt den Leuten trotzdem.

Wie sind eure Erfahrungen mit glutenfreien Kunden?

Ganz super toll! Die Reaktion ist unheimlich toll. Ob das Mütter sind mit ihren Kindern oder Betroffene selbst. Sie sind so dankbar, wenn sie wohin kommen und es einfach klappt. Oder wenn sie zu uns zum Golfspielen kommen und es dann lesen, dann kommen sie gleich rein und erkundigen sich.

Das sind dann auch Leute, die wiederkommen! Viele Leute fragen uns auch, wieso wir glutenfrei anbieten. Wir erklären dann, dass der Chef betroffen ist. Das ist für viele Gäste ganz wichtig – weil sie dann wissen, dass wir damit umgehen können.

Wie stellt ihr euer glutenfreies Angebot sicher?

Wir bereiten unsere glutenfreien Speisen grundsätzlich immer zuerst vor. Alles wird dann auch in separaten Behältern gelagert – die eigens dafür gekennzeichnet sind. Darüber hinaus haben wir ein separates Waffeleisen oder auch separates Geschirr. Und alles wird auch am Ende entsprechend verpackt, so dass es nicht wieder zusammenkommt.

Grundsätzlich sehe ich auch keinen Sinn darin, dass man Soßen mit Mehl bindet oder das man Zwiebeln für den Rostbraten in Mehl wendet. All diese Dinge sind für mich in der heutigen Zeit nicht mehr nachvollziehbar. Das sind Dinge, die hat meine Großmutter so gemacht – weil sie es nicht anders gekannt haben. Wir verwenden kein Mehl in unserer Küche.

Bei uns sind alle Mitarbeiter geschult. Meine Mitarbeiterin in der Küche hat auch selbst ein betroffenes Kind.

Die zuverlässige Zubereitung hat bei uns die höchste Priorität. Wenn wir einen Kunden haben, der glutenfrei bestellt, dann fragen wir auch speziell nach – ob sie von Zöliakie betroffen sind oder nicht. Dann kommt die Rückmeldung in die Küche und wir wissen „Achtung! Glutenfrei zuerst!“

Ein gutes Beispiel ist auch unser Sonntagsbrunch in der Festhalle. Wir bauen dort auch unser Buffet in einem separaten Raum auf. Damit keiner unwissentlich einfach etwas anfasst oder etwas verwechselt und mit seinem Brötchenmesser in die Wurst reinfährt. Wenn man das als Außenstehender nicht weiß, kann das ja schnell mal passieren. Das wäre aber sehr schlecht für den Betroffenen. Daher bauen wir es separat auf.

Bedeutet glutenfrei auch einen höheren wirtschaftlichen Aufwand und lohnt sich das überhaupt?

Ich muss sagen, dass glutenfreies Mehl teurer ist. Ein normales Mehl bekommen sie für ca. 80 Cent das Kilo. Bei einem glutenfreien Mehl bin ich bei 3-4€/kg. Das ist teurer. Aber das wissen alle Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit. Sie wissen, dass es teurer ist und akzeptieren auch einen höheren Preis. Allerdings bin ich der Meinung, man sollte es schon noch auf dem Teppich lassen.

Unser normales Buffet kostet beispielsweise 20€. Das glutenfreie Buffet kostet 25€. Das sollte noch im Rahmen sein. Total überzogene Preise finde ich nicht nachvollziehbar.

Die zusätzlichen Kosten beziehen sich ja auch nur auf Mehl, Brot oder Nudeln. Alles andere ist bei uns sowieso glutenfrei. Das kostet nicht mehr. Es ist einfach ein anderer Prozess – aber das kostet uns nicht mehr.

Ich finde, man sollte die Not der Leute da nicht ausnutzen.

Natürlich ist es schon etwas mehr Aufwand – aber häufig muss ich doch nur die Reihenfolge der Zubereitung ändern. Ich kann doch beispielsweise zuerst glutenfreie Nudeln zubereiten, das alles fertig machen und dann anschließend die anderen Sachen kochen. Ich muss mich nur an die Reihenfolge halten. Oder bei unserem glutenfreien Waffelteig – den mache ich morgens vor allem anderen – dann kommt es in einen gekennzeichneten Behälter und fertig aus.

Ich brauche keine speziellen Töpfe – sie müssen ordentlich sauber gemacht werden.

Gewisse Dinge benötige ich natürlich separat – alle Dinge, wo sich unter Umständen Spuren absetzen können und die ich nicht richtig sauber machen kann – wie z.B. unser Waffeleisen oder für Teigwaren zum Durchdrücken (bei Spätzlen) oder Rührmaschinen für Teige – das habe ich separat angeschafft.

Wie sieht es bei euch mit anderen Allergenen aus?

Darauf können wir auch reagieren. Wir haben beispielsweise immer laktosefreie Milch und Joghurt da. Und auch bei anderen Allergenen – gehen wir darauf ein. Wir haben beispielsweise auch Nussspätzle. Und bei manchen Veranstaltungen haben wir Nussallergiker dabei – da machen wir selbstverständlich nussfreie Spätzle. Das Vorgehen ist hier dann genauso wie beim glutenfreien – diese Spätzle werden zuerst zubereitet und separat gelagert.

Man muss dazu bereit sein! Natürlich haben wir auch mal stressige Situationen, wenn es voll ist. Aber dann gehe ich geschwind zum Gast heraus und frage gezielt nach, worauf ich achten muss.

Frau Kern, vielen Dank für das Interview!

Den Beitrag zu diesem Interview findet ihr hier.

Enzklösterle - Pasta - glutenfrei

Adventure Golfpark in Enzklösterle: Minigolf spielen & glutenfrei essen

Mit der ganzen Familie Minigolf spielen und im Anschluss lecker zusammen essen. Was sich häufig als Kraftakt für uns Zölis gestaltet ist hier ganz einfach und unkompliziert möglich. Der Adventure Golfpark bietet nicht nur ein tolles Freizeitangebot für die ganze Familie, sondern macht das Leben und Genießen als Zöli unbeschwert und genussreich. Das Restaurant im Adventure Golfpark geht insbesondere auf die Bedürfnisse von Zöliakiebetroffenen ein. Dafür bietet das Restaurant eine spezielle glutenfreie Karte an.

Nicolette Kern und ihre Familie leiten seit 2002 das Restaurant im Adventure Golfpark. Nach und nach haben sie die Küche aufgebaut. Inzwischen kann die Familie Kern eine große und gute Speisekarte vorweisen und setzt den Schwerpunkt auf die glutenfreie Küche.

Zubereitung glutenfreier Speisen

„Für uns ist die glutenfreie Küche ein persönliches Anliegen, mein Mann sowie seine Brüder und Neffen sind selbst von einer Zöliakie betroffen“, so Frau Kern. „Häufig müssen wir die Restaurants wieder verlassen oder mein Mann kann nicht mit uns essen und muss zusehen.“ Sie weiß also um den Stress und die Hürden des Auswärtsessens und möchte aus genau diesem Grund eine sichere und zuverlässige Möglichkeit für Familien mit Zöliakiebetroffen bieten.

Wir sind im glutenfreien Bereich sehr zuverlässig.

Nicolette Kern – Inhaberin des Adventure Golfparks
Enzklösterle - Waffeln - glutenfrei
Glutenfreie Waffeln

Glutenfreie Speisen werden hier grundsätzlich zuerst vorbereitet und immer in separaten Behältern gelagert, die eigens dafür gekennzeichnet sind, um eine Verwechslung auszuschließen. Für die frischen Waffeln, steht ein extra Waffeleisen zur Verfügung und auch extra Geschirr ist vorhanden. Hier werden keine Kompromisse gemacht und es wird immer gewissenhaft gearbeitet. Dafür sieht Frau Kern auch einen ganz klaren Grund – Zöliakiebetroffene sind auf diese Sicherheit angewiesen! Gastronomen müssten endlich verstehen, dass es sich hierbei nicht um eine „Wahl“ handelt, sondern um eine Krankheit bei der es keine Kompromisse geben darf und kann.

In den Wintermonaten ist der Adventure Golfpark geschlossen. Doch keine Panik, solltet ihr zu dieser Zeit in Enzklösterle sein, müsst ihr nicht auf das glutenfreie Angebot der Familie Kern verzichten. Jedes Wochenende findet in der Festhalle das sogenannte „Winter Café“ statt mit durchgehend warmer Küche und selbstverständlich auch glutenfreien Kuchen. Ein Highlight ist der regelmäßig veranstaltete Sonntagsbrunch, bei dem ein glutenfreies Buffet in einem separaten Raum aufgebaut wird. „Damit gewährleisten wir, dass niemand unwissentlich etwas anfasst oder verwechselt und mit seinem Brötchenmesser in die Wurst fährt“, so Frau Kern.

Enzklösterle - Brunch glutenfrei
Glutenfreier Brunch – im separaten Raum aufgebaut (Festhalle Enzklösterle)

Auch auf andere Allergien kann der Betrieb der Familie eingehen. Scheut euch also nicht zu fragen. Ob Zöli oder nicht, genießt einen tollen Tag bei leckerem Essen mit eurer Familie.

Mit Frau Kern habe ich ein ausführliches Interview geführt, um mehr über ihre Motivation und das Lokal zu erfahren. Hier findet ihr das gesamte Interview.

Für weitere Informationen zum Adventure Golfpark Enzklösterle könnt ihr auch direkt die Website besuchen.

Lissabon Open Brasserie Glutenfrei

Glutenfrei im Restaurant: Tipps für die sichere Zubereitung

In meinem Beitrag „Unser glutenfreier Haushalt“ habe ich bereits beschrieben, wie wir zu Hause eine 100% glutenfreie Lebensweise für mich sicherstellen.

Allerdings esse ich nicht immer zu Hause. Ich bin auch oft unterwegs und esse auswärts in Restaurants. Nicht immer gibt es die Möglichkeit in ein 100% glutenfreies Restaurant zu gehen. Daher suche ich mir auch oft andere Restaurants und erkläre vor Ort, worauf sie bei der Zubereitung für Personen mit Glutenunverträglichkeit achten müssen.

Meine Tipps zur Kontaminationsvermeidung in der Küche

Diese habe ich hier noch einmal für Gastrobetriebe zusammengefasst

  1. Verwenden Sie keinerlei glutenhaltigen Produkte, d.h. Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Dinkel und Grünkern und auch alle daraus hergestellten Produkte, wie z.B. Semmelbrösel, Soßenbinder
  2. In der Vorbereitung: bereiten Sie glutenfreie oder andere „frei-von“ Speisen zuerst zu und verpacken Sie sie dann – z.B. in Dosen – und beschriften diese. Danach können Sie gewohnt die anderen Speisen zubereiten
  3. Verwenden Sie für die Zubereitung der Speisen ausschließlich saubere Töpfe und Küchengeräte. Vermeiden Sie die Benutzung von holzbasierten Kochutensilien (sollten sie vorher glutenhaltige Produkte damit zubereitet haben, könnten sich Spuren in die Holzrillen setzen)
  4. Säubern Sie die Arbeitsfläche vor der Zubereitung der glutenfreien Speisen. Falls Sie Handschuhe haben, können Sie ein frisches Paar nutzen. Auch die Hände sollten vor der Zubereitung gewaschen werden. 
  5. Generell: Vermeiden Sie jegliche Kontamination mit glutenhaltigen Lebensmitteln
  6. Wenn es der Platz Ihrer Küche erlaubt: schaffen Sie sich einen extra glutenfreien (oder generell auch allergenfreien) Küchenbereich – somit reduzieren sie die Gefahr von Kontamination erheblich
  7. Mögliche Ersatzprodukte sind zum Beispiel: glutenfreies Maismehl, Reis, Hirse oder Kartoffelstärke
  8. Spülen Sie alles in der Geschirrspülmaschine. Sollten Sie glutenhaltige und glutenfreie Küchenutensilien manuell mit dem gleichen Schwamm abwaschen, so ist die Gefahr von Kontamination sehr hoch. 
  9. Lesen Sie immer genau die Zutatenlisten auf Ihren Lebensmitteln. Allergene müssen laut der EU-Lebensmittel-Informationsverordnung (LMIV) gekennzeichnet werden (meist fett gedruckt). Sind Sie sich unsicher? Sprechen Sie doch auch Ihren Kunden direkt an. Er oder Sie kann eventuell weiterhelfen.

Darüber hinaus gibt es in gemischten Küchen oft auch übersehene Gefahrenquellen. Diese liste ich im folgenden auf.

Typische Gluten-Fallen in der Küche

Der Ofen

Häufig erlauben Kosten und Platz in einer gastronomischen Küche keine getrennten Öfen. In diesem Fall gibt es bereits schlaue Lösungen um Kontamination zu vermeiden. Viele Anbieter von glutenfreien Backwaren verkaufen ihr Sortiment in sogenannten „Backfolien“. Das heißt, die Produkte können in dieser Folie aufgebacken werden. Servieren Sie dem Kunden das Produkt auch in dieser Folie. Das gibt dem Kunden eine größere Sicherheit.

Anbieter dieser Produkte sind:

Resch und Frisch – Die Produkte können im Direktvertrieb gekauft werden (bei Bedarf auch gleich mit einem Mini Backofen)

Huttwiler  – Die Produkte mit Backfolie können im Direktvertrieb nur als Palettenware gekauft werden (Rückmeldung Huttwiler) – jedoch kann man zum Beispiel die Produkte auch bei Selgros in kleineren Mengen kaufen.

Sollten Sie einzelne Brotscheiben oder Brötchen aufbacken wollen, die nicht in Backfolie geliefert werden, gibt es auch ein paar Tipps. Stellen Sie den Ofen nicht auf „Umluft“ – lediglich auf „Ober- und Unterhitze“ – somit werden mögliche Krümel nicht herum gewirbelt. Backen Sie die glutenfreien Produkte stets über den glutenhaltigen Produkte (die Schwerkraft ist ein Problem). Und verwenden sie immer frisches Backpapier.

Sollte es doch Platz und Budget für einen zweiten Ofen geben, muss es ja auch nicht immer ein großer Ofen sein. Manche Anbieter bieten sogar beim Kauf von großen Mengen glutenfreier Produkte auch Mini Öfen vergünstigt an (siehe Link Resch und Frisch) 

Vermischung von Werkzeugen beim Kochen

Mir ist es auch schon passiert: ich habe eine glutenfreie und eine glutenhaltige Pasta zubereitet, jedoch nur eine Soße. Einmal nicht aufgepasst: Schon war der Kochlöffel der „normalen“ Pasta in der Soße. Personen mit Zöliakie, Weizenallergie oder Glutenunverträglichkeit dürfen diese Soße auf keinen Fall mehr essen. 

Kennzeichnen Sie am besten ihre allergenfreien Werkzeuge mit Aufklebern oder durch ein eigens gewähltes Farbschema (zum Beispiel blau- glutenfrei/allergenfrei, gelb – glutenhaltig).

Toaster

Auch der Toaster stellt ein extrem hohes Kontaminationsrisiko dar. Es gibt zwei Lösungen:

  • Ein glutenfreier und ein glutenhaltiger Toaster
  • Toasttaschen für glutenfreie Produkte – diese kann man zum Beispiel online kaufen. Hier ein Beispiel aus der FoodOase.

Butter und Aufstriche

Wenn Sie Speisen wie zum Beispiel Sandwiches oder ähnliches anbieten, besteht auch hier eine Gefahr von Kontamination, da über das Brotmesser Krümel in die Butter/den Aufstrich gelangen können. 

Auch hier haben sie verschiedene Lösungsmöglichkeiten:

  • Verwenden Sie getrennte Butter/Aufstriche
  • Verwenden Sie einzeln verpackte Butter / Aufstriche
  • Können Sie vielleicht auch Öl anstatt von Butter verwenden? Natürlich sollte das Öl auch frei von Kontamination sein.

Friteusen 

Ihre Pommes sind glutenfrei? Das ist super. Allerdings müssen Sie darauf achten, dass in der Friteuse keine anderen glutenhaltigen Produkte zubereitet werden. Das umfasst meist alle panierten Produkte wie Schnitzel oder Chicken Nuggets. 

Brühe und Sojasoße und verstecktes Gluten

Gluten lauert leider an sehr vielen Stellen. Fertigprodukte sind hierfür besonders anfällig. Mehl oder Getreide wird häufig zur Streckung oder für den Geschmack verwendet. Ein typisches Beispiel sind Fertigsoßen oder Fertigbrühe.

Viele vermuten auch in Sojasoße kein Gluten, da sie aus dem asiatischen Raum kommt. Jedoch beinhaltet das klassische Grundrezept immer Weizen. Natürlich gibt es auch hier glutenfreie Alternativen: zum Beispiel von Kikkoman

Ohje, ist das kompliziert!

Sollten Sie das jetzt denken, seien Sie beruhigt: Sie sind nicht alleine! Mir und vielen anderen Betroffenen ging es ähnlich am Anfang. Es ist wahrlich nicht einfach.

Jedoch: wenn man einmal den Dreh raus hat, funktioniert es super. 

Häufig kann man alleine durch eine kleine Umstellung der verwendeten Zutaten (z.B. als Soßenbinder generell nur noch Kartoffelstärke verwenden) oder auch der Gerichte (z.B. keine Nudelgerichte mehr anbieten) sich das Leben viel einfacher machen!

Bei der Umsetzung einer glutenfreien Küche helfen auch verschiedene Unternehmen und Vereine. So bietet die Deutsche Zöliakie Gesellschaft beispielsweise regelmäßig Seminare für die Gastronomie an. Hier (Link) finden Sie eine Übersicht über die Seminare.

Ein weiterer Anbieter von Beratung und Schulung ist Ally Allergens. Darüber hinaus bietet Ally Allergens auch die Möglichkeit, sich für die sichere Zubereitung glutenfreier Speisen auszeichnen zu lassen – über ihr Siegel „Certified by Ally„.

Also, ich freue mich, wenn Ihnen diese Tipps weiterhelfen. Sie helfen damit ca. 400,000 Betroffenen allein in Deutschland ein leichteres Leben zu führen!

Glutango unterstützen

Mit meinem Blog möchte ich meine Erfahrungen mit anderen Betroffenen teilen. Es ist also eine persönliche Motivation für mich und kein Geschäftsmodell. Ich betreibe diesen Blog als Hobby und neben meinen normalen Tätigkeiten. Somit verdiene ich auch kein Geld mit meiner Website.

Ich freue mich aber sehr, wenn ihr mich etwas unterstützen wollt. Das könnt ihr zum Beispiel durch das Nutzen meiner „Partner Links“ tun. Im „Marketing Sprech“ sagt man dazu „Affiliate Links“. Das heißt, wenn ihr über untenstehende Links Produkte kauft, dann bekomme ich sozusagen eine Provision dafür. Euch kostet das nicht mehr. Die jeweiligen Partner (wie z.B. Amazon) geben mir lediglich Geld, dafür dass ich euch auf ihre Website gebracht habe. Also ihr bezahlt nicht drauf, unterstützt mich damit aber trotzdem 🙂

Ich würde mich freuen.

Hier meine aktuellen Partnerlinks:

Amazon Startseite

Glutenfrei in Porto

Glutenfrei durch Porto schlendern

Porto war unser erster Stop in Portugal. Die Stadt des berühmten Portweins.

Beim schlendern durch diese schöne Stadt kam auch das Schlemmen nicht zu kurz.

Um euch schnell und einfach glutenfrei durch die Stadt navigieren zu können, gebe ich euch hier eine kurze Zusammenfassung. Die ausführlichen Beiträge zu den einzelnen Orten findet ihr natürlich weiterhin in der Kategorie Porto. 

Es sei gesagt, dass auch hier vegan, laktosefrei und glutenfrei ein Stück weit im Trend liegen. Das heißt, es gibt viel Angebot. Daher ist es umso wichtiger, darauf zu achten, dass man auch als Zöli sicher essen kann.

Wirklich Zöli sicher sein könnt ihr euch an zwei Orten:

Com Cuore

Hier ist alles glutenfrei und ist sehr zentral in der Innenstadt gelegen. Es eignet sich gut zum Frühstück oder zum Snack zwischendurch.

Hier geht es zum Beitrag.

Adresse: Rua Trindade Coelho entrada 10 loja 11

Pizzeria Sergio Crivelli

Die Pizzeria liegt etwas außerhalb der Innenstadt – in Matosinhos. Das Restaurant Sergio Crivelli ist von der Portugiesischen Zöliakiegesellschaft APC zertifiziert und es werden separate Küchenbereiche für Pizza und Pasta genutzt.

Hier geht es zum Beitrag.

Adresse: Rua de Brito Capelo 705, 4450-076 Matosinhos

Weitere gute und verlässliche Anlaufpunkte sind:

Tapabento

Hier gibt es eine gute Auswahl an Meeresfrüchten, Tapas und weiteren leckeren Speisen. Für Zöliakiebetroffene: erwähnt es unbedingt bei der Bestellung. Es ist sehr beliebt, also unbedingt vorher reservieren!

Hier geht es zum Beitrag.

Adresse: Rua da Madeira 222

Noshi Coffee

Ein Café in guter Lage. Hier kann man zum Beispiel Sandwiches essen. Unbedingt aber auf eure Zöliakie hinweisen und auf die benötigte separate Zubereitung hinweisen!

Hier geht es zum Beitrag.

Adresse: Rua do Carmo 11-12

Wie eingangs erwähnt, gibt es auch Orte, die glutenfreie Optionen anbieten, allerdings nicht bei Zöliakie geeignet sind. Hier ein Beispiel:

Hand´Go TakeAway

Der Imbiss ist an einer der Hauptattraktionen in Porto gelegen – der Clérigos Kirche. Es gibt Crépes, Pizza, Salate und Sandwiches. Aber die Crèpes werden unter Anderem auf der gleichen Platte zubereitet.

Hier geht es zum Beitrag.

Adresse: Rua da Assunção 9

Leider kam es während meines Aufenthalts auch zu einem Glutenunfall.

Auf dem Weg zu einem anderen Restaurant, was leider zu hatte, haben wir den kleinen Imbiss zufällig gefunden. Von außen hatte die Speisekarte bereits Kennzeichnungen zu Gluten (die durchgestrichene Ähre) und anderen Allergenen. Also fragte ich nach.

Der Eigentümer und Koch erklärte mir, dass wir das hinbekommen. Wir besprachen, dass auch auf Kontamination geachtet werden muss. Das war alles kein Problem für ihn.

Dann kam das Essen. Es war eine asiatische Reispfanne. Nach dem 3. Biss wunderte ich mich, wieso der Reis leicht bräunlich ist und es leicht salzig schmeckt. Schnell wurde mir bewusst: Sojasoße!

Sofort fragte ich den Koch, ob Sojasoße enthalten ist. Wie selbstverständlich sagte er „Ja“. Ok, „ist die denn glutenfrei?“. Ein kurzes Schweigen. Er sagte „Sind nicht alle Sojasoßen glutenfrei?“ – „Nein“. Also schaute er nach. Natürlich enthielt die Sojasoße Weizen. Verdammt.

Er entschuldigte sich mehrmals und auch danach, wo man glutenfreie Sojasoße erhält. In Portugal kenne ich mich nicht so aus, aber ich habe ihm trotzdem ein paar Marken genannt.

Ich fand es insbesondere deswegen ärgerlich, da er scheinbar mit „glutenfrei“ warb und sich aber leider nicht vollständig auskannte (angefangen von Kontamination bis zur Sojasoße).

Das Restaurant hieß „BAO“ – Taiwanese Burgers.
Adresse: Rua de Cedofeita 263

Karte Glutenfrei Porto
Die markierten Punkte zeigen die gefundenen glutenfreien Orte in der Stadt

Ich wünsche euch eine schöne Zeit in Porto. Neben den glutenfreien Köstlichkeiten hat mir auch die gesamte Stadt sehr gefallen.

Glutenfrei Kroatien Cevapcici

Glutenfrei in Kroatien

Inzwischen war ich bereits zweimal als Zöliakie Betroffene in Kroatien. Leider muss ich sagen, dass man „Glutenfrei“ und „Kroatien“ nicht immer in einem Atemzug nennen kann.

Wie auch schon in Montenegro und in Albanien war es nicht ganz so einfach glutenfreie Produkte in Supermärkten zu finden. Ein breites Angebot an Restaurants sucht man leider auch vergeblich.

Im Vergleich zu meinen Vorerfahrungen in Albanien und Montenegro war es jedoch schon etwas einfacher.

Wie kann man glutenfrei einkaufen in Kroatien?

Prinzipiell ist es gut möglich glutenfreie Produkte im Supermarkt zu kaufen. Jedoch wurde ich meist nur in größeren Städten oder Touristengegenden fündig. Wir waren beispielsweise in Istrien, Dubrovnik und der Halbinsel Peljesac.
In den ländlicheren Regionen habe ich teilweise gar kein glutenfreies Brot gefunden.

Ich habe mich meist an die Supermarktketten „Spar“, „Kaufland“ oder „Tommy“ gehalten.

Im Spar gibt es die grüne Marke „Free From“. Mein Favorit waren hier das Tiramisu, die Mini-Nougatkissen (wie Cornflakes) oder auch die Salzstangen. Die größten „Erfolgschancen“ auf eine große Auswahl an Free From Produkten hat man in den „Hypermarkets“ – also die sehr großen Supermärkte – meistens am Stadtrand gelegen. Da kann man dann teilweise ein wahres glutenfreies Paradies vorfinden!

In Dubrovnik gab es einen Bio Supermarkt – den „Bio&Bio“ – leider hatte dieser aber an dem Tag zu, als wir dort waren. Aber es wurde auch von außen mit glutenfrei geworben – von daher sicherlich eine gute Alternative.

Und im Supermarkt findet man auch das typisch kroatische „Cevapcici“ – hier kann man sich die Zutatenliste anschauen – sie ist zwar auf Kroatisch. Jedoch sind die Allergene wie überall in der EU fettgedruckt – und diese google ich dann immer direkt.

Praktischer Tipp: Mit Google Translate oder dem Google Assistant fotografiere ich den Text von der Verpackung direkt und markiere den relevanten Text – und schon wird der Text in der Sprache erkannt und übersetzt. So müsst ihr es nicht selbst eintippen. Gerade im Kroatischen oder im Albanischen hat mir das sehr geholfen.

Glutenfrei auswärts essen in Kroatien?

Sucht man „glutenfrei Kroatien“, erhält man keine große Liste an Restaurantempfehlungen. Jedoch ist auch das nicht unmöglich aus meiner Sicht.

Gerade wenn man naturbelassene Produkte bestellt, ist es relativ einfach. Jedoch sollte man hier darauf achten, ob das Fleisch oder der Fisch auf dem Grill zubereitet wurde – und ob dort noch andere (nicht glutenfreie) Lebensmittel zubereitet werden.

Auf der Halbinsel „Peljesac“ waren wir in dem kleinen Ort Loviste. Dort wollten wir abends unbedingt Fisch essen.

Auch wenn es Anfangs ein paar sprachliche Verständigungsschwierigkeiten gab, so war am Ende glutenfrei kein Problem. Es gab frischen Fisch – direkt aus dem Meer geangelt und direkt vor unserer Nase zerlegt und vorbereitet.

Der Inhaber des Restaurants meinte, dass bei ihm generell keine Zusatzstoffe zum Einsatz kommen (also Fisch auch nie paniert wird) – nur gegrillt und auf dem Grill kommen nur Fisch und Gemüse.

Das Restaurant in Loviste hieß „Restaurant Barca“ – direkt am Wasser sitzend.

Interview Innerluck Hamburg

Im Interview mit Karine – das Innerluck Hamburg

Für meinen Beitrag über das Innerluck Hamburg habe ich mich persönlich mit der Gründerin und Inhaberin des Lokals getroffen.

In einem ausführlichen Interview erzählt Karine über ihre Motivation, Herausforderungen und auch das glutenfreie Angebot.

Zu Beginn würde ich gerne generell mehr über das Café/Restaurant erfahren.

Wir nennen uns Restaurant. Angefangen haben wir einem mit Mittagstisch („Lunch Room“) – da war es eher ein Café. Und seit einem Jahr haben wir auch immer von 10-22Uhr geöffnet – quasi kann man es ein Restaurant nennen.

Aber an sich ist es eine Gastronomie in einer Sporthalle. Jedoch wollen wir natürlich die Qualität unseres Essens immer hochhalten und guten Service bieten.

Wie lange gibt es euch schon?

Es gibt uns bereits 3 Jahre. Wir haben richtig bei null angefangen. Auch hier in der Region gab es gar nichts. Es gab nur die Möglichkeit für Sportler hier abends zu essen.
Dann habe ich angefangen einen Mittagstisch anzubieten. Es hat langsam angefangen und dann habe ich peu á peu das Team erweitert. Inzwischen sind wir vier Köche und zusätzliches Service Personal.

Was war eure/deine Motivation, das Restaurant zu gründen? Wie bist du dazu gekommen?

Ich wollte gerne etwas Eigenes machen und auch etwas Veganes. Ich habe lange professionell Volleyball gespielt und wusste aber, dass ich das nicht ewig machen kann. Und somit habe ich überlegt, was ich machen kann.

In den letzten Jahren meiner Volleyballkarriere habe ich begonnen vegan zu leben. Und somit dachte ich mir, dass es doch total cool wäre, den „Veganismus“ auch unter die Leute zu bringen. Ohne ständig darüber reden zu müssen, was „vegan“ ist – ich wollte gerne die Leute mit veganem Essen begeistern. Die Leute sollen es einfach essen und sagen „oh, das war lecker“. Ich wollte die Leute nicht „überreden“ sondern „überzeugen und begeistern“ mit veganem Essen.

Ich bin hier im Sportwerk, da mein Mann hier auch schon tätig war. Allerdings dachte ich am Anfang, dass das hier in dieser Location nichts wird, weil hier eigentlich sonst nichts ist.

Wer steht hinter „Innerluck“?

Karine Muijlwijk. Ich komme aus Holland. Ich habe ein abgeschlossenes Studium als Ernährungswissenschaftlerin. Nach meinem Studium bin ich direkt nach Deutschland gekommen, um Volleyball zu spielen. Ich habe in der 1. Bundesliga und auch in der Nationalmannschaft gespielt. Und von Anfang an war auch unsere Köchin Chris dabei. Mit ihr habe ich das alles aufgebaut. Es ist schön zu sehen, was man zu Zweit alles schaffen kann.

Wie sieht eure Zielgruppe aus?

Inzwischen kommen 70-80% unserer Gäste von außerhalb. Am Anfang waren natürlich die Sportler hier unsere Hauptzielgruppe. Natürlich haben wir auch heute noch viele Sportler von hier als Gäste. Wir hätten nicht gedacht, dass wir so viele Gäste von außerhalb bekommen – also das ist schon super.
Man muss uns kennen. Es spricht sich inzwischen rum. Wir machen wenig Werbung. Aber hauptsächlich basiert unsere Werbung auf persönlichen Weiterempfehlungen.

Was waren am Anfang eure größten Herausforderungen im Restaurantbetrieb?

Ich habe bei null angefangen und habe alles allein gemacht. Am Anfang habe ich ein Eröffnungsbuffet gemacht – für 60 Personen. Ich habe 4 Tage nur in der Küche gestanden. Ich war total fertig danach.

Ich musste lernen, wie es alles funktioniert – angefangen von der Essensplanung. Was macht man mit Personal, etc. Es ist hochkomplex, woran man alles denken muss. Aber ich habe einfach angefangen und geschaut, wie es funktioniert. Und es hat geklappt.
Aber auch die Akzeptanz. Bevor es das Innerluck gab, gab es hier Currywurst und Schnitzel zu Essen. Am Anfang waren viele sauer, dass es jetzt hier vegan gibt.

Was stellt euch heute noch vor Herausforderungen?

Wir wachsen sehr schnell. Wir müssen aktuell auch mit dem Personal wachsen.

Welche 3 Schlagworte kommen dir in den Kopf, wenn du an glutenfreies Essen denkst?

• Kreuzkontamination – das ist eine der wichtigsten Sachen für glutenfreies Essen
• Kein Weizen
• Weniger fluffig

Wieso bietet ihr glutenfreie Speisen an?

Wir haben gemerkt, dass am Anfang viele Leute nachgefragt haben. Und dadurch haben wir uns auch viel damit beschäftigt. Wir wollten auch gerne Sachen anbieten, die den Leuten schmecken.
Eine Kundin hat beispielsweise auch immer nach glutenfreiem Kuchen gefragt. Und seither haben wir auch immer einen glutenfreien Kuchen da.
Was aber dazu gesagt werden muss: es ist sehr schwer, 100% glutenfrei zu sein in einer gemischten Küche.

Am besten ist es, wenn die Gäste uns vorher informieren, dass sie Zöliakie oder ähnliches haben. Dann können wir extra darauf achten. Weil sonst kann es auch immer sein, dass die Küche mal im Stress ist und nicht darauf achtet und so weiter.

Wir haben inzwischen auch eine neue Karte. Und da gibt es tatsächlich mehr glutenfreie Optionen, als hier eigentlich draufstehen. Insbesondere kann man häufig ja einfach das Brot weglassen. Deswegen steht auch auf der Karte „Hast du eine Allergie? Frag unser Personal nach weiteren Optionen.“

Wie ist die Wahrnehmung zu glutenfrei/allergenfrei bei Nicht Betroffenen aus eurer Sicht?

Inzwischen merken die Kunden beispielsweise beim Kuchen keinen Unterschied – da wir immer einen Käsekuchen glutenfrei haben – der ist eben „normal“. Bei dem Kuchen davor haben wir schon öfter mal das Feedback von Nicht-Betroffenen bekommen, dass der Kuchen zu trocken sei. Aber das ist eben bei glutenfreiem Kuchen so. Deswegen haben wir dann auch den Quark/Käsekuchen gewechselt. Ich möchte eben nicht, dass man Unterschiede schmeckt. Denn sonst wird der „nur“ glutenfreie Kuchen auch nicht genug gekauft.
An sich haben wir aber unsere Karte so gestaltet, dass das „glutenfrei“ nicht so „ernst“ wirkt. Es steht einfach nur „GF“ dran. Die Betroffenen wissen was das heißt.

Wie sind eure Erfahrungen mit glutenfreien Kunden?

Ich habe bislang wenig gehört. Und meistens hört man ja etwas, wenn es nicht funktioniert hat. Von daher, gehe ich davon aus, dass es gut ist.
Aber generell freuen sich die Kunden, dass sie auch beispielsweise die Süßkartoffelpommes essen können und viele Optionen haben.

Was sind die größten Herausforderungen mit glutenfreiem Essen oder generell den Kunden?

Mit Zöliakie ist es echt eine enorme Herausforderung für uns. An manchen Stellen ist die Vermeidung von Kontamination echt schwer in unserer gemischten Küche. Spuren können wir also nicht immer zu 100% ausschließen.

Wie habt ihr euch auf das glutenfreie Angebot vorbereitet?

Ich persönlich bin Ernährungswissenschaftlerin und habe dadurch etwas Hintergrundwissen. Wir haben uns auch viel angelesen.
Wir suchen auch immer nach neuen glutenfreien Rezepten, die wir anbieten können. Unser Brot kaufen wir zu.

Für das Personal habe ich hier auch immer eine Liste hier liegen, was alles glutenfrei geht und sie können dann auch mit der Küche reden. Es ist ganz wichtig, dass dem Personal bewusst ist, dass jemand mit Zöliakie auch wirklich glutenfrei braucht. Daher braucht der Gast auch eine gute Beratung. Und das Personal dann auch weitergibt, dass noch einmal besonders auf Kontamination geachtet werden muss. Und meistens kommt auch jemand aus der Küche noch einmal direkt zum Kunden, um noch einmal nachzufragen und zu beraten.

Aber leider ist es schon so, dass wir es bei Zöliakie nur sehr schwer umsetzen können. Wir benutzen beispielsweise immer einen neuen Löffel für die Mayonnaise auf dem Burger – aber genauso nutzen wir diese Mayo auch für die glutenhaltigen Burger. Süßkartoffel für den Salat werden z.B. auf einem Extrateller im Ofen gemacht – aber im Ofen sind auch glutenhaltige Produkte sonst. Kreuzkontamination kann also nie 100% ausgeschlossen werden. Wir geben uns größte Mühe, aber wir sagen es immer dazu!

Wie stellt ihr sicher, dass eure Mitarbeiter immer geschult sind?

Natürlich kennt sich der eine besser aus als der andere. Das Küchenpersonal kennt sich schon am besten aus. Aber wir fragen dann immer noch spezifisch bei den Kunden nach. Z.B. bei Nüssen – dann fragen wir nach, welche Nüsse usw.

Was hältst du von einer Zertifizierung für sichere allergenfreie/glutenfreie Zubereitung?

Das ist schon schwierig für uns. Unsere Küche ist dafür zu klein. Wir haben nicht so viel Fläche, dass wir alles separat machen können, um jegliche Kreuzkontamination zu vermeiden. Man muss eben immer mit dem schlimmsten rechnen. Wenn hier beispielsweise richtig viel los ist, dann liegen hier 10-12 Zettel mit 6-7 Bestellungen jeweils. Ein Koch ist am arbeiten, einer spült und mit Glück hast du noch einen Koch. Da sind alle Arbeitsflächen voll – das kann man dann vergessen.

Wir versuchen natürlich immer ein anderes Brett, ein anderes Messer etc. zu nehmen – wir achten echt darauf. Aber um wirklich ein „Label“ darauf zu kleben, da brauchst du einfach eine größere Küche. Da brauchst du eine Fläche, die komplett für glutenfrei reserviert ist.
Aktuell geht es von der Anzahl der glutenfreien Kunden noch – es kommt immer mal jemand vorbei. Wenn du aber ein Label hast, dann kommen viel mehr Kunden. Das wird schwierig.

Vielen Dank für das spannende Interview an Karine!

Innerluck - Glutenfrei und vegan Hamburg

Glutenfrei und vegan in Hamburg – das Innerluck Hamburg

Das 100% vegane Restaurant „Innerluck“ im Hamburger Stadtteil Eimsbüttel bietet die tolle Kombination aus vegan und glutenfrei an. Bereits seit dem Jahr 2016 kann man hier erleben, wie vegane Gerichte einfach „normal“ sind und trotzdem im Geschmack überzeugen.

Die Gründerin Karine eröffnete das Restaurant aus eigener Motivation. In den letzten Jahren ihrer professionellen Volleyballkarriere begann sie bereits vegan zu leben. Sie entschied sich dazu, den „Veganismus“ weiter unter die Leute zu bringen:

„Ohne ständig darüber reden zu müssen, was vegan ist – ich wollte die Leute einfach selbst mit dem veganen Essen überzeugen.“

Karine Muijlwijk – Gründerin Innerluck

Neben ihrem beeindruckenden sportlichen Hintergrund, hat Karine Ernährungswissenschaften studiert und kennt sich somit mit den Grundlagen gesunder Ernährung bestens aus.

Was gibt es glutenfrei zu essen?

Das Thema „glutenfrei“ wurde Stück für Stück in das Innerluck integriert. Insbesondere durch vermehrte Nachfragen von Kunden wurden sie auf das Thema aufmerksam und haben sich somit viel damit beschäftigt.

Inzwischen findet man auf der Speisekarte den Vermerk „GF“ hinter den glutenfreien Speisen. Neben diesen standardmäßig vorrätigen Gerichten, gibt es täglich auch immer eine Auswahl weiterer Gerichte, die sie glutenfrei anbieten können.

Mein persönlichen Highlights sind der grüne Sprossensalat, die Süßkartoffelpommes oder aber auch die Burger – die es auch mit glutenfreiem Brot zu bestellen gibt.

Darüber hinaus bietet das Innerluck täglich einen glutenfreien Kuchen an. Zum Frühstücken gibt es auch eine tolle Alternative: der monatliche Brunch. Hierzu am besten vorbestellen und auf „glutenfrei“ hinweisen.

Wichtig zu wissen ist, dass das Innerluck kein ausschließlich glutenfreies Lokal ist. Jedoch kennen sich Karine und ihr Team bestens aus und achten vorbildlich auf das Thema Kreuzkontamination. Für Zöliakie-Betroffene ist es wichtig, dies immer bei der Bestellung zu erwähnen. In diesem und auch bei weiteren starken Unverträglichkeiten beraten die Mitarbeiter euch gerne direkt.

Klar, es besteht die reale Chance einer Kontamination in der Küche. Aus meiner Sicht gehen Karine und ihr Team jedoch sehr offen damit um und kommunizieren, was sie umsetzen können und was nicht.

Also wer auf der Suche nach einer hervorragenden veganen und glutenfreien Alternative in Hamburg ist, sollte unbedingt im Innerluck vorbei schauen.

Zur Erstellung dieses Artikels habe ich ein längeres Interview mit Karine geführt – das gesamte Interview findet ihr hier.